Friederike Kempner – Die schlesische Nachtigall
Friederike Kempner (1828 – 1904) ist heute vor allem durch ihre unfreiwillig komische Lyrik bekannt.
Deshalb wurde sie als „schlesische Nachtigall“ verspottet. Ihre Dichtung ist tatsächlich eher naiv, voller Vögelein, Blümlein und Sternlein und dabei oft voller Schnitzer wie diesem:
Trunken er der Heimat Boden küßte:
»Allah, Allah« – ruft er, – »meine Wüste!«
Doch man tut ihr Unrecht, wenn man sie nur auf dieser Grundlage beurteilt.
Tatsächlich war Friederike Kempner eine sozial sehr engagierte Frau und in vielem ihrer Zeit weit voraus:
So setzte sie sich aktiv für Maßnahmen gegen das Übersehen des Scheintods ein sowie gegen die lebenslange Einzelhaft für Verbrecher. Sie schrieb für die Menschenrechte, für Toleranz, für den Frieden und – als große Tierfreundin – gegen die Vivisektion und gegen den Rassismus.
Die aufgeklärte Jüdin Friederike Kempner trat auch gegen den Antisemitismus ein.
In ihrer Dichtung spiegeln sich neben diesen Themen auch Naturverbundenheit, Gottvertrauen und ein aufgeklärtes Moralempfinden wieder.
Friederike Kempner schockierte die einen und brachte die anderen zum Lachen.
Die Lesung wird begleitet mit Lichtbildern und Musik von Claude Debussy.
Lernen Sie die Welt dieser originellen Dichterin kennen!
Der Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht.
Eine Veranstaltung der Schönen Kiezmomente in Zusammenarbeit mit dem Soldiner Kiez e.V. und der NachabarschaftsEtage.
Der Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht.
Termin: Samstag, 11. April 2026, 19 Uhr